Landraub

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In den letzten Jahren hat vor allem der Kauf großer Gebiete in fremden Ländern (vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer) diesen Begriff stark geprägt. Unter Landraub, auch "Land grabbing", versteht man die illegale Aneignung von Land, oftmals durch sehr starke staatliche, halbstaatliche und privatwirtschaftliche Akteure. Diese sind zum Einen stark expandierende asiatische Länder deren Bedarf an Nahrung und Agrarrohstoffen stark ansteigt. Dann gibt es die Golfstaaten die auf Importe stark angewiesen sind und sich durch Landkäufe im Ausland unabhängiger machen wollen. Zuletzt sind dann noch vor allem Europäische und nordamerikanische Großkonzerne, zum Anbau von Energiepflanzen. Darunter sind auch zunehmend Investmentfonds, Banken und Hedgefonds die Ackerland in armen Ländern als gewinnbringendes Spekulationsgut entdeckt haben. Dabei wird die grundlegende und dringend benötigte kleinbäuerliche Struktur durch die Landnahme großer Konzerne verdrängt.

 

Verletzung von Menschenrechten

Regierungen sind durch das Menschenrecht auf Nahrung dazu verpflichtet die Ernährung Ihrer Bürger zu gewährleisten und dieses gegen Einwirkung dritter zu schützen. Stattdessen wird vielfach Land verkauft, welches sonst durch lokale Bauern bewirtschaftet wurde, und welches der Bevölkerung nicht mehr zum Anbau von Nahrung zur Verfügung steht. Vor Handelsrechten oder Investitionsabkommen MUSS das Menschenrecht kommen!

Umweltzerstörung

Fremde Investoren haben nur selten Interesse an einer nachhaltigen Nutzung dieser Flächen. Vielmehr geht es um die Ausbeutung des Bodens für den Anbau von Agrarprodukten in Monokulturen. Dies geht einher mit erhöhtem Wasserverbrauch und der Rodung von Urwäldern. Der massive Einsatz von Pestiziden und Mineraldüngern in Monokulturen schädigt die Biodiversität und Tier- und Pflanzenarten sterben aus.

Zerstörung der lokalen Landwirtschaft

Die massive Bewirtschaftung durch Landraub zerstört die Lebensgrundlage vieler Kleinbauern bzw. bedroht die kleinbäuerliche Landwirtschaft des Landes. Mit der Landnahme gehen die Rechte verloren für Landnutzung, traditionelle Beweidung, Wassernutzung und der Zugang zu sogenannten Ökosystemdiensleistungen (Feuerholz oder Medizinalpflanzen). Diese stellen einen wichtigen Beitrag zum Lebensunterhalt von Frauen und ihren Familien sowie der gesamten Gesellschaft dar.
Gefährdung der Ernährungssicherheit

Fehlende Besitzverhältnisse

Bauern und Hirten in den Zielländern der Landnahme haben oft keine Besitztitel für das Land. Stattdessen nutzen Sie es nach traditionellen Nutzungs- und Besitzübereinkünften. Dies hat zur Folge das die neuen Investoren durch korrupte Politiker leichtes Spiel haben und traditionelle Nutzungs- und Besitzrechte nicht anerkannt und missachtet werden. Dies artet nicht selten auch in einer gewaltsamen Landnahme aus bei der die angestammten Nutzer gewaltsam vertrieben oder sogar getötet werden.

Wachsende Armut / Ernährungsgrundlagen schwinden

Die betroffenen Länder sind meist arm und die Bevölkerung in der Mehrzahl von der Landwirtschaft als Einkommensquelle abhängig. Mit Landnahme geht die Vertreibung der angestammten Nutzer und Bevölkerung einher die ihr Heil in Städten suchen um zu überleben. Aufgrund geringer Bildung sind die Möglichkeiten dort oft nur beschränkt wodurch die Armut noch verschlimmert wird. Ebenso problematisch ist das die Ernten der durch Landnahme bewirtschafteten Flächen vor allem dem Export dienen und nicht den Bewohnern des Landes zugute kommen in denen sie angebaut werden.

Korruption

Schwache oder auch nicht demokratische Regierungssysteme sowie korrupte Enntscheider erleichtern die Landnahme erheblich. Die herrschenden "Eliten" bereichern sich und Ernährungssicherheit der Bevölkerung ist lediglich ein Hindernis.

Überdenke DEIN Kaufverhalten

Produkte die wir kaufen haben oft auch Landnahme im Produktionskreislauf. Die Kuh, deren Fleisch du ißt, wurde viellicht mit Soja gefüttert welches auf einer durch Landnahme geschaffenen Fläche angebaut wurde. Foodwatch, Greenpeace und viele andere Seiten geben dir Möglichkeiten besser zu erkennen auf was du genau achten musst um zu verstehen woher dein Essen kommt und was dort überhaupt drin ist.

Vermeide Geldanlagen die mit Nahrungsmitteln spekulieren

In Zeiten in denen das Sparbuch durch die niedrige Zinspolitik stirbt, setzen vermehrt Menschen auf Fond-Anlagen. Oft wissen sie nicht das sie damit Fonds unterstützen die Nahrungsmittelkrisen verstärken (auch Waffenexporte) die durch Spekulation mit Lebensmitteln und Landnahme durch diese Fonds entstehen. In Deutschland setzt die Deutsche Bank immer noch auf solche Fonds.

Menschenrecht auf Nahrung einklagbar machen

Länder und deren Regierungen müssen weltweit gemeinsam daran arbeiten das Recht auf Nahrung auch umzusetzen. Das Problem ist nicht das wir zuwenig Nahrung haben, es ist nur einfach schlecht verteilt. Übe Druck auf deine lokalen Politiker aus. Geh in die Parteibüros und sage Ihnen was deine Wünsche als deren Wähler sind.

1 Erkundige Dich bei Deiner Bank & Versicherung, wo sie Dein Geld anlegen und wie dieses investiert wird. Vermeide Geldanlagen in Fonds für Agrarprodukte oder Rohstoffe. Falls Du bei Deinen Eltern wohnst, frage Sie.
2  Tanke nicht mit Biosprit (E10), dieser ist zum großen Teil verantwortlich für die Landraub.
3  Reduziere Deinen Fleischkonsum, da für den Futtermittelanbau auch Landraub betrieben wird.
4  Kläre Deine Mitmenschen auf zum Thema Landraub und mach zeige Ihnen auf, was jeder dagegen tun kann.
5  Unterstütze Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen im Kampf gegen Landraub und dessen Folgen.
6  Zeichne Petitionen gegen Landraub.
7 Teile dieses Thema auf Facebook, Twitter, Pinterest & Co.        Sharing is Caring!

 

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