Neonicotinoide

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Neonicotinoide, oder auch geläufig "Neonics" genannt, sind hochwirksame Insektizide zum Töten unerwünschter Insekten in der konventionellen Landwirtschaft. Neben den unerwünschten Insekten, sind aber auch andere Insekten betroffen, wie z. B. Bienen und Schmetterlinge, die zu den Bestäubern gehören und dafür sorgen das blühende Pflanzen auch weiterhin blühen und sich vermehren.
Denn Neonics stehen im Verdacht, und es gibt immer mehr Beweise dafür, dauerhafte negative Effekte auf andere Tiere zu haben. Laut Studien schädigen Neonics das Nervensystem von Bienen und anderen Insekten, weshalb Königinnen früher sterben, Wildbienen keine Brutzellen mehr anlegen und Bienen oft orientierungslos sind und nicht mehr zu Ihrem Volk bzw. ihrem Nistplatz finden. Ebenfalls ist das Wachstum laut Studien beeinflusst.
Das schlimme ist das die Tiere anscheinend die mit Neonics behandelten Blüten bevorzugen, denn diese wirken wie eine Droge auf die Bienen. Durch das Sterben der Insekten sind auch andere Tiere betroffen, denn es enststehen immer mehr Lücken in der Nahrungskette und die Biodiversität wird immer mehr zerstört.

Politik

Die derzeitige Politik ermöglicht es, trotz besseren Wissens und wissenschaftlicher Studien, das Ackergifte wie Neonicotinoide für höhere Ernteerträge auf die Felder kommen. Wie weit diese Beeinflussung geht, konnte man im Zusammenhang mit dem Verbot von Neonics in Deutschland sehen. Erst im Jahr 2016 versuchte der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ein Verbot abzuschwächen, indem im Ausland mit Neonics behandeltes Saatgut wieder genutzt werden soll.

Lobbyismus

Wenn man sich aber anschaut wie sehr Hersteller wie BASF, BAYER, Monsanto, Syngenta, Oxitec oder Dupont Einfluss auf die willige Politik nehmen, wundert diese Überlegung nicht. So griffen laut dem Imkerbund die Beamten im deutschen Bundeslandwirtschaftsministerium unter Ilse Aigner den Vorschlag der EU-Kommission zum Verbot von Neonics an.

Freihandelsabkommen

Um die Wirtschaft noch mehr zu unterstützen werden sogenannte Freihandelsabkommen verhandelt. Natürlich in Geheimverhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn die könnte nicht sehr angetan von den Plänen sein die dort geschmiedet werden. Unnötig zu erwähnten das Konzerne mit am Verhandlungstisch sitzen, Volksvertreter und NGO´s aber nicht. Denn mit Freihandelsabkommen wie CETA oder TTIP können Unternehmen in zukunft gegen Staaten klagen die Ackergifte zum Schutz von Menschen verbieten wollen. Der Grund: Entgangene Gewinne oder Wettbewerbsnachteile gegenüber Herstellern in anderen Ländern. Willkommen in der kranken Welt des Kapitalismus.

Konzerne

Und weltweit waren und sind Unternehmen wie Dow Chemical, Shell Oil, Hoechst, Pioneer Seeds, BASF, BAYER, Monsanto, Syngenta, Oxitec oder Dupont enorm aktiv um Ihre Gifte am Markt zu halten und Ihre Interessen zu vertreten. Viele von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als extrem giftig eingestufte Spritzmittel wie Iprodion (vermutlich krebserregend, BASF), Nemagon, Nemacur, Cyprodinil (Neurotoxin, Syngenta), Mocap Folidol oder Baycur wurden oder werden noch weiterhin eingesetzt bzw. direkt durch die Hersteller verkauft. Weltweit betragen die Umsätze daraus pro Jahr ca. 1,5 Milliarden Euro. Aber wer kauft so etwas eigentlich?

Monokulturen

Vor allem große Produzenten von Gemüse und Obst nutzen diese Gifte, da Monokulturen sehr anfällig sind gegen Krankheiten und Insekten. Deshalb sollten Unternehmen wie wie Chiquita, Standard Fruit (Dole) und viele andere nicht unerwähnt bleiben, die diese Gifte rücksichtslos auf Ihre Felder sprühen und dabei Menschen vergiften und schlussendlich auch töten. Aber auch der kleine Gartenfreund sollte genannt werden, der seinen Garten mit Insektenvernichtungsmitteln bearbeitet, damit auch alles schön seine Ordnung hat.

Gesundheit

Die WHO schätzt die Zahl der jährlichen Pestizidvergiftungen auch 3 bis 25 Millionen, jedes Jahr sterben bis zu 2 Millionen Menschen an den Folgen des Einsatzes dieser Ackergifte. Auch unsere Lebensmittel sind nach der Ernte immer noch mit den Pestiziden belastet und wir nehmen diese dann mit der Nahrung zu uns.

Geldinstitute

Auch Banken und Hedgefonds investieren immer mehr in Ackerland welches auf konventionelle Weise bewirtschaftet wird – also in Monokulturen und mit Ackergiften. Dies artet zum Teil in Landnahme aus und fördert den Einsatz solch umweltbelastender Anbaumethoden zu Lasten der Umwelt.

Biodiversität

Denn bezahlen tun dies wir alle. Die Äcker speichern diese Gifte über Jahrzehnte hinaus und angrenzende Ökosysteme bzw. deren Bewohner werden extrem belastet. Nahrungsketten werden ausgedünnt oder unterbrochen da die Gifte „schädliche“ Insekten vernichten, die aber Überlebensnotwendig sind für andere Tiere und Pflanzen.

Gemeinwohl

Denn wenn die Artenvielfalt leidet sind auch wir Menschen am Ende die leidtragenden. Denn wir haben die Aufgabe auf unserem Planeten so zu leben, damit auch unsere Nachkommen diesen nachhaltig Nutzen und erleben können. Stattdessen vernichten wir immer mehr Grundlagen die zukünftige Generationen ebenfalls benötigen. Denn für das Wohl weniger wird derzeit das Wohl vieler geopfert. Es braucht immer mehr mutige Menschen die sich, trotz des Risikos, für andere Menschen und unsere Umwelt einsetzen.

Jeder Einzelne von uns

Dieser Mensch kannst auch du sein. Denn jeder Kassenzettel an der Kasse ist auch ein Wahlzettel… denn du entscheidest was Supermärkte zukünftig weiter einkaufen. Kann es nicht einfach nur noch regionales Obst und Gemüse sein? Oder zumindest nachhaltig angebautes nach strengen Öko-Richtlinien? Muss der Garten perfekt sein, oder ist es schöner wenn Wildkräuter und –blumen wachsen und Insekten einen reich gedeckten Tisch bieten der woanders immer mehr schrumpft? Lies weiter bei den 5+ Tipps was auch du machen kannst um dich gegen Ackergifte einzusetzen.

Anwendung von biologischer Landwirtschaft mit deren ganzheitlichen Konzept mit der Anwendung des Prinzips der Nachhaltigkeit, wie die Nutzung erneuerbarer Ressourcen (z. B. Stickstoffbindung durch Anbau von Leguminosen) sowie die Dynamik der innerbetrieblichen Kreislaufwirtschaft (z. B. Nutzung des eigenen Stalldüngers sowie Verfütterung von eigens angebauten Kraftfutter.

Die Beweislast bei der Zulassung neuer Produkte muss bei den Herstellern liegen. Zugelassen werden dürften nur Pflanzenschutzmittel bei denen nach Studien jegliche Risiken für Umwelt und Mensch ausgeschlossen werden können.

 

 

1 Verzichte auf Neonics & andere schädliche Pflanzenschutzmittel im eigenen Garten. Nutze statt dessen natürlich vorkommende Gegenspieler (Nützlinge) in der Natur. Handarbeit statt chemische Keule
2 Kaufe biologisch erzeugte Lebensmittel/Produkte (bevorzugt von Bauernverbänden, wie z. B. demeter oder Bioland), bei deren Produktion wird auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmittel verzichtet und damit werden die bestäubenden Insekten verschont und die Biodiversität bleibt erhalten.
3 Baue ein Insektenhotel und stelle es an geeigneter Stelle im Schutz vor Regen, Mäusen, Ameisen und Vögeln auf. Insektenhotels richtig gebaut Das bereitet Freunden sowie der ganzen Familie viel Spaß.
4 Kaufe ein gutes Insektenhotel und stelle es an geeigneter Stelle im Schutz vor Regen, Mäusen, Ameisen und Vögeln auf. Vorsicht NICHT im Baumarkt, diese sind meist ungeeignet. Bienenhotels, Insektenhotel - Tipps und Hinweise
5 Selbst Honigbienen halten - erkundige dich bei dem Imkerverein in Deinem Ort/Bezirk. Dort gibt es meist die Möglichkeit eine Patenschaft für ein Volk zu übernehmen, umso das Handwerk des Imkern zu erlernen.
6 Engagiere dich für den Schutz von bestäubenden Insekten und Bienen, insbesondere Wildbienen über Aktionen, wie Demonstrationen, Petitionen, Forschung und vor allem durchs Weitererzählen.
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Monsanto

 

Syngenta

 

Bayer

 

BASF

 

Hoechst

 

Pioneer Seeds

 

 

 

 

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