Glyphosat

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Glyphosat ist ein sogenanntes Breitband-Herbizid und wird seit ca. 1975 in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt, um die Ernte von Nutzpflanzen zu beschleunigen aber vor allem als Unkrautbekämpfungsmittel. Das bekannteste Glyphosat-Produkt mit dem Namen "Roundup" wurde von der Firma Monsanto in den 1970er auf den Markt gebracht.

Glyphosat hemmt Stoffwechselprozesse der Nutzpflanzen. Dabei werden wichtige Enzyme in der Pflanze ausgeschaltet welche diese normalerweise gegen Krankheiten aus dem Boden resistent machen. Das Glyphosat dringt bis in die Wurzeln vor und von dort aus in den umgebenden Boden. Es regt das Wachstum eines Pilzgeflechts an, welches alle unerwünschten Pflanzen abtötet.

Das Glyphosat reichert sich immer stärker in den Böden an und wirkt sich für Jahrzehnte negativ auf jede andere Pflanze aus, die dort angebaut werden soll und nicht genetisch auf dieses Gift angepasst wurde. Es erhöht die Anfälligkeit aller Pflanzen gegenüber Krankheitserregern und reduziert die Verfügbarkeit von wichtigen Nährstoffen. Letztere sind vor allem wichtig, um normalerweise Resistenz-Mechanismen gegenüber Krankheitserregern aufrecht zu erhalten.

Bereits 70 % der Menschen haben Glyphosat in geringen Konzentrationen im Urin (Quelle: 3sat). Nicht nur im Urin, sondern auch im gesamten Körper (einschließlich Gehirn) sowie in der Muttermilch ist Glyphosat zu finden. Es gibt verschiedene Bewertungen zur Gefährlichkeit von Glyphosat auf Menschen und Umwelt. Ein Teil der Studien ist geheim, da sie selbst von der Industrie durchgeführt wurden, diese jedoch wurden bei der Risikobewertung durch das BfR berücksichtigt. Die Interessen der Industrie, die ein Produkt bzw. den Wirkstoff verkaufen wollen, liegen klar auf der Hand. Das positive Urteil des Bewertungsberichts der EU-Kommission zu Glyphosat stützt sich größtenteils auf geheime Studien, die von der Industrie stammen. EU-Gutachter geben jedeoch zu, dass sie große Teile des Bewertungsberichts von der Industrie übernommen haben (Quelle: tagesschau.de).

 

Politik

Die derzeitige Politik ermöglicht es, trotz besseren Wissens und wissenschaftlicher Studien, das Ackergifte wie Glyphosat, Neonicotinoide und viele andere für höhere Ernteerträge auf die Felder kommen. Wie weit diese Beeinflussung geht, konnte man im Zusammenhang mit der Prüfung zur erneuten Zulassung von Glyphosat erleben, in dem das Landwirtschaftsministerium eine große Rolle spielte.

Korruption

Denn im Jahr 2015 war ein durch einen Whistleblower schon früh geleakter Bericht des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zum Thema Glyphosat in aller Munde. Das BfR ist dem Landwirtschaftsministerium unterstellt und viele Punkte deuten darauf hin, das bewusst Dinge aus diesem Bericht ausgeklammert wurden oder falsch dargestellt, um eine weitere Zulassung von Glyphosat zu zulassen.

Lobbyismus

Aber auch der Einfluss der Hersteller wie BASF, BAYER, Monsanto, Syngenta, Oxitec oder Dupont auf die willige Politik ist enorm. Denn der bei der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eingereichte Bericht zu Glyphosat, wurde der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. Stattdessen aber konnten Monsanto und Co. sich ohne Probleme Einblicke in diese Berichte ermöglichen. Ebenso werden Gesetze zum Schutz der Verbraucher durch Lobbyismus aufgeweicht und wirtschaftsfreundlicher geformt.

Freihandelsabkommen

Um die Wirtschaft noch mehr zu unterstützen werden sogenannte Freihandelsabkommen verhandelt. Natürlich in Geheimverhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn die könnte nicht sehr angetan von den Plänen sein die dort geschmiedet werden. Unnötig zu erwähnten das Konzerne mit am Verhandlungstisch sitzen, Volksvertreter und NGO´s aber nicht. Denn mit Freihandelsabkommen wie CETA oder TTIP können Unternehmen in zukunft gegen Staaten klagen die Ackergifte zum Schutz von Menschen verbieten wollen. Der Grund: Entgangene Gewinne oder Wettbewerbsnachteile gegenüber Herstellern in anderen Ländern. Willkommen in der kranken Welt des Kapitalismus.

Konzerne

Und weltweit waren und sind Unternehmen wie Dow Chemical, Shell Oil, Hoechst, Pioneer Seeds, BASF, BAYER, Monsanto, Syngenta, Oxitec oder Dupont enorm aktiv um Ihre Gifte am Markt zu halten und Ihre Interessen zu vertreten. Viele von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als extrem giftig eingestufte Spritzmittel wie Iprodion (vermutlich krebserregend, BASF), Nemagon, Nemacur, Cyprodinil (Neurotoxin, Syngenta), Mocap Folidol oder Baycur wurden oder werden noch weiterhin eingesetzt bzw. direkt durch die Hersteller verkauft. Aber wer kauft so etwas eigentlich?

Monokulturen

Vor allem große Produzenten von Gemüse und Obst nutzen diese Gifte, da Monokulturen sehr anfällig sind gegen Krankheiten und Insekten. Deshalb sollten Unternehmen wie wie Chiquita, Standard Fruit (Dole) und viele andere nicht unerwähnt bleiben, die diese Gifte rücksichtslos auf Ihre Felder sprühen und dabei Menschen vergiften und schlussendlich auch töten. Und es gibt sogar noch eine zweite Kehrseite, denn Glyphosat ist giftig für die essentiellen Nährstoffe der Pflanzen, und die Verfügbarkeit dieser wichtigen Nährstoffe wird durch Glyphosat reduziert (z. B. Glyphosat tötet Mikroben, die Stickstoff in Pflanzen binden). Genauso giftig wirkt es gegnüber vielen biologischen Kontroll-Organismen (= natürliche Feinde), welche normalerweise die Krankheitserreger unter Kontrolle halten. Aber auch der kleine Gartenfreund sollte genannt werden, der seinen Garten mit Insekten- und Unkrautvernichtungsmitteln bearbeitet, damit auch alles schön seine Ordnung hat.

Gesundheit

Die WHO schätzt die Zahl der jährlichen Pestizidvergiftungen auch 3 bis 25 Millionen, jedes Jahr sterben bis zu 2 Millionen Menschen an den Folgen des Einsatzes dieser Ackergifte. Auch lassen sich vermehrt Rückstände von Glyphosat in Lebensmitteln wie Brot und Brötchen feststellen (Ökotest 2012). Nutztiere an die mit Glyphosat behandelte Pflanzen verfüttert werden zeigen mehr Allergien auf Proteine, was sich z. B. in der Entzündungen des Magens und einer schnelleren Alterung zeigt. Ebenso entstehen Missbildungen bei Nutztieren durch den erhöhten Einsatz von Glyphosat bei Futtermitteln (Soja) (MDR, 2013)

Studien aus dem Jahr 03/2015 zufolge hat Glyphosat Potential auch beim Menschen Krebs zu erzeugen und fällt damit unter die zweithöchste Gefahrengruppe "2A" (IARC, WHO (2015)

Es gibt 5 Studien (1983, 1993, 1997, 2001 & 2009), die das IARC (Krebsforschungsagentur der WHO) analysierte, in denen die Tumorbildung bei Mäusen durch Glyphosatgabe beobachtet wurde. Diese Studien belegen, dass Glyphosat krebserregend ist. Es zeigten sich signifikante Anstiege von Tumoren durch Glyphosatgabe:

- Lympfdrüsenkrebs:  3/ 5 Studien

- Nierentumore: 3/ 5 Studien

- Krebs der Blutgefäße: 2/ 5 Studien

Geldinstitute

Auch Banken und Hedgefonds investieren immer mehr in Ackerland welches auf konventionelle Weise bewirtschaftet wird – also in Monokulturen und mit Ackergiften. Dies artet zum Teil in Landnahme aus und fördert den Einsatz solch Umweltbelastender Anbaumethoden zu Lasten der Umwelt.

Biodiversität

Denn bezahlen tun dies wir alle. Die Äcker speichern diese Gifte über Jahrzehnte hinaus und angrenzende Ökosysteme werden extrem belastet. Nahrungsketten werden ausgedünnt oder unterbrochen da die Gifte „schädliche“ Insekten und Pflanzen vernichten, die aber Überlebensnotwendig sind für andere Tiere und Pflanzen. Die durch Glyphosat zerstörten Beikräuter sind für viele Vögel und Insekten als Nahrungsquelle, Nisthilfen und Lebensraum wichtig. Laut dem BUND sinkt die biologische Vielfalt durch den steigenden Glyphosat-Einsatz immer stärker. Denn auch Grundwasser als auch Oberflächengewässer (Flüsse & Bäche) sind mit dem Wirkstoff Glyphosat und eines seiner Abbauprodukte AMPA belastet, was wiederum zu belasteten Nahrungsmitteln führen kann (Umweltbundesamt 2016).

Gemeinwohl

Denn wenn die Artenvielfalt leidet sind auch wir Menschen am Ende die leidtragenden. Denn wir haben die Aufgabe auf unserem Planeten so zu leben, damit auch unsere Nachkommen diesen nachhaltig Nutzen und erleben können. Stattdessen vernichten wir immer mehr Grundlagen die zukünftige Generationen ebenfalls benötigen. Denn für das Wohl weniger wird derzeit das Wohl vieler geopfert. Es braucht immer mehr mutige Menschen die sich, trotz des Risikos, für andere Menschen und unsere Umwelt einsetzen.

Jeder Einzelne von uns

Dieser Mensch kannst auch du sein. Denn jeder Kassenzettel an der Kasse ist auch ein Wahlzettel… denn du entscheidest was Supermärkte zukünftig weiter einkaufen. Kann es nicht einfach nur noch regionales Obst und Gemüse sein? Oder zumindest nachhaltig angebautes nach strengen Öko-Richtlinien? Muss der Garten perfekt sein, oder ist es schöner wenn Wildkräuter und –blumen wachsen und Insekten einen reich gedeckten Tisch bieten der woanders immer mehr schrumpft? Lies weiter bei den 5+ Tipps was auch du machen kann um dich gegen Ackergifte einzusetzen.

1 Kaufe Bio statt konventionelle Lebensmittel, da im Ökolandbau keine chemischen Pflanzenschutzmittel zugelassen sind und somit die Rückstände in Lebensmitteln nicht da bzw. geringer sind (durch Verdriftung über den Wind gelangen Pflanzenschutzmittel von nahe liegenden konventionell bewirtschafteten Äckern auf die ökologisch bewirtschafteten Äcker)!
2 Kaufe Bio statt konventionelle Lebensmittel, damit unterstützt Du den Ökolandbau und damit nicht die konventionelle Landwirtschaft mit dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmittel, wie Roundup (Glyphosat)!
3 Verzicht auf Ackergifte und Breitbandherbizide. Mechanische Unkrautbeseitigung (sprich: Greif zur Hacke!) ist ein besserer Weg, der auch die Pflanzengesundheit sowie den Bodenlebewesen nicht nachhaltig schadet.
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Hoechst

 

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